| GF42.35-P-4500-01A | Steuergerät ETS Funktion |
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Zur Anpassung an verschiedene Motorvarianten, mechanisches oder automatisches Getriebe und unterschiedliche Ausführungen der Hinterachsbremssättel müssen Steuergeräte nach dem Einbau in die betreffende Fahrzeugvariante mit dem Hand-Held- Tester codiert werden. Das Steuergerät ETS funktionell wie folgt aufgeteilt: Signalaufbereitung Logikteil Sicherheitsschaltung
Zusatzfunktionen
Signalaufbereitung
Folgende Eingangssignale werden für den Logikteil aufbereitet: - 4 Drehzahlgeber - Bremslichtschalter, 4polig - Klemme 61 LogikteilDie aufbereiteten Eingangssignale werden im Logikteil verarbeitet und in Ausgangssignale umgewandelt. Der Logikteil ist funktionell wie folgt eingeteilt: - ETS-Regelbetrieb - Anfahr-Regellogik (Mechanisches Getriebe) - Temperaturüberwachung |
ETS-Regelbetrieb
Der Regelbetrieb für einseitigen Bremseneingriff wird erkannt aus der Fahrgeschwindigkeit und der ETS-Schlupferkennung zwischen dem linken und rechten Antriebsrad. Zuschaltbedingung: Drehzahldifferenz zwischen linken und rechten Hinterrad >4 km/h Abschaltbedingung: Drehzahldifferenz zwischen linken und rechten Hinterrad =2 km/h unterhalb derZuschaltschwelle. Geschwindigkeits bereich: 0-40 km/h Bleibt die Zuschaltbedingung beim Beschleunigungsvorgang über 40 km/h erhalten, so wird der Regelbetrieb bis max. 80 km/h fortgesetzt. Der Regelbetrieb für beidseitigen Bremseneingriff wird erkannt aus der Fahrgeschwindigkeit-Kurvenfahrt und der ETS-Schlupferkennung. Zuschaltbedingung: Beide Hinterräder mindestens 2,8 km/h schneller als die Fahrzeuggeschwindigkeit + Kurvenfahrterkennung: Drehzahldifferenz zwischen linken und rechten Vorderrad > 1km/h + Geschwindigkeitsbereich=15-80 km/h Einschaltdauer: max. 2 sec |
| Anfahr-Regellogik (Mechanisches Getriebe)
Um beim Anfahren ein "Abwürgen" des Motors durch Bremseneingriff zu verhindern, ist im Steuergerät ETS eine Anfahrlogik integriert. Abhängig von der Fahrgeschwindigkeit wird eine mittlere Mindest-Hinterachsgeschwindigkeit (= rechnerische Mindest-Motordrehzahl) vorgegeben, die vom aktuellen ETS-Bremsregeldruck abhängig ist. Unterschreitet die mittlere Hinterachsgeschwindigkeit die vorgegebene mittlere Mindest-Hinterachsgeschwindigkeit, so wird der Druck im Bremssattel abgebaut. Dieses Regelverhalten wird bei Fahrzeugen mit Mechanischem Getriebe je nach Bremsregeldruck, mittlerer Hinterachsgeschwindigkeit und Fahrgeschwindigkeit zwischen 4 und 28 km/h variiert. Temperaturüberwachung Durch die Doppelbelastung Bremse und ETS-Regelung besteht im Ausnahmefall die Gefahr der Überhitzung der Hinterradbremsen. Aus diesem Grund wird ständig eine Berechnung der Hinterradbremsbelagtemperatur im Steuergerät durchgeführt und bei Erreichen einer berechneten Belagtemperatur an der jeweiligen Bremse keine weitere ETS-Regelung zugelassen bis die Temperatur wieder abgesunken ist. Wenn eine ETS-Regelung durch die Temperaturüberwachung verhindert wird, leuchtet die Kontrolleuchte ETS auf und zwar solange, wie die ETS-Regelung wirksam wäre, mindestens jedoch 5 sec. Außerdem wird die Temperaturüberschreitung im Fehlerspeicher festgehalten. |
Temperaturberechnung Die Berechnung der Bremsbelagtemperatur erfolgt links und rechts getrennt. Sie wird ohne Temperaturfühler ermittelt. Zur Berechnung der Bremsbelagtemperatur werden folgende Eingänge gewertet. - Fahrzeuggeschwindigkeit - Bremsbetätigung - Berechneter Bremsdruck aus der ETS-Regellogik Nachlauf-Betrieb nach "Zündung AUS" Diese Betriebsart stellt die Spannungsversorgung des Steuergerätes ETS auch nach "Zündung AUS" sicher. Damit werden die Bremsbelagtemperaturen weiter berechnet und können durch "Zündung AUS-Zündung EIN" nicht zurückgesetzt werden. Die Temperaturberechnung wird nach ausgeschalteter Zündung solange fortgeführt, bis eine berechnete Temperatur von 30°C erreicht ist, längstens jedoch 30 min. Danach wird die Spannungsversorgung des Steuergerätes ETS abgeschaltet. |
| Sicherheitsschaltung
Die Aufgabe der Sicherheitsschaltung ist es, fehlerhafte Bauteile im Steuergerät und Fehler im elektrischen Leitungssystem zu erkennen. Nach "Zündung EIN" und bei erstmaligem Überschreiten einer Geschwindigkeit von 7 km/h werden Systemtests durchgeführt, die Fehler an den Magnetventilen, der Hochdruck-/Rückförderpumpe und den Drehzahlgebern erkennen. Außerdem wird eine ständige Überwachung auch während einer ABS- bzw. ETS-Regelung durchgeführt. Wird ein Fehler erkannt, dann wird das System abgeschaltet und dies durch Aufleuchten der Kontrolleuchte ETS bzw. ABS (A1e35 bzw. A1e17) dem Fahrer angezeigt. Zusätzlich wird ein Fehlercode im Steuergerät abgespeichert. Die Sicherheitsschaltung überwacht ferner ständig die Batteriespannung. Bei Unterschreitung der Spannung von 10,5 V wird das System ebenfalls abgeschaltet, bis die Spannung wieder im vorgeschriebenen Bereich liegt. |
Zusatzfunktionen
Teilfunktion Parameterlenkung (Typ 140, 210) Aus der intern vorliegenden Fahrgeschwindigkeit und dem Statussignal errechnet das Steuergerät den Sollstrom zur Ansteuerung des P-Ventils Parameterlenkung (Y10). Ausgänge Raddrehzahlen und Drehzahl-Statussignal Ausgang Raddrehzahlen: Für Systeme, die ein Raddrehzahlsignal benötigen, liefert das Steuergerät ETS von jedem Rad die aktuelle Raddrehzahl.
Ausgang Drehzahl-Statussignal: Für Systeme, die eine Information über den aktuellen Fahrzeugzustand (Fahrzeug steht, Fahrzeug fährt, Drehzahlgeber defekt) benötigen, liefert das Steuergerät ETS das Drehzahl-Statussignal.
Kontrolleuchtenansteuerung Ab Steuergeräteversion LK55/1 werden die Signale von den Bremsbelagverschleißkontakten und der Feststellbremse erfaßt Zusammen mit den Signalen für die Kontroll- und Warnleuchten ABS und ETS werden sie über eine serielle Datenleitung an das Kombi-Instrument weitergegeben. Bei Fahrzeugen mit CAN-Anschluß am Kombi-Instrument über CAN-Datenleitung. |